Flugpioniere Renner – Recherchetexte

GESCHICHTE der österreichischen Flugpioniere Renner:

Das geschichtlich bedeutsamste Ereignis zur Grazer Herbstmesse vollzog sich am 26. September 1909, als die Söhne des Artisten Franz Renner (1866–1912), Anatol und Alexander (siehe: Renner-Buben), erstmals Aufstieg und Landung eines in Österreich gebauten (37 Meter langen) lenkbaren Luftschiffes, Renner Estaric-Lenkballon I, erfolgreich zuwege brachten und das in jener Zeit herrschende Interesse am Flugwesen ungemein steigerten.

Wikipedia/Grazer Herbstmesse

Der erste österreichische Lenkballon „Estaric I“ auf seinem Jungfernflug 1909 über Graz.

Die „Renner-Brüder“:

Die „Renner-Brüder“ Alexander und Anatol, geboren Ende des 19.Jahrhunderts, reisten mit Vater Franz als Artisten durch die Welt. In Amerika entdeckten sie die neuen Luftschiffe und widmeten sich von nun an der Fliegerei.

Ihre von einem 24 PS Puch Motor getriebene „Estaric I“ wurde durch Gewichtsverlagerung gesteuert, wobei die beiden Artisten auf dem schmalen Steg unterhalb des Ballons hin- und herliefen. Bei einer Flugschau rutschte Anatol dabei aus und stürzte auf das Dach einer Halle, wobei er zum Glück unverletzt blieb. Sein Bruder konnte das nun viel zu leichte Luftschiff nur landen, indem er mit dem Taschenmesser die Hülle durchstach.

Die beiden Brüder zeigten auch vor Kaiser Franz Joseph I. ihre Kunst, der Ihnen dafür eine goldene Uhr mit Widmung schenkte. Mit dem Aufkommen der Flächenflugzeuge zogen sie sich völlig aus der Fliegerei zurück und verbrachten ihren Lebensabend in Graz.

In Fachkreisen ist die Bezeichnung „Renner-Buben“ für Vater Franz sowie seine Söhne Alexander und Anatol („Doli“) unüblich, hat sich allerdings in der populären Berichterstattung, vor allem in der Steiermark, durchgesetzt. Die „Zirkus-Familie“ wird der Stadt Graz zugerechnet, obwohl jedes der Renner-Kinder (drei Söhne und sechs Töchter) der Eheleute Franz und Samara Renner an einem anderen Ort geboren wurde. Der Graz-Bezug ergibt sich wohl wesentlich durch den „bürgerlichen Zweig“ der Renner-Familie, den Bruder von Franz: „Fleischhauermeister und Hausbesitzer“ Matthias Renner. Anatol erzählte gerne von gefahrenen Motorrad- und Automobilrennen. 1907 sollen die Brüder Alexander und Anatol Flugversuche mit einem Gleitflugzeug absolviert haben. Alexander machte im Ersten Weltkrieg als Jagdflieger von sich reden.

Luftschifffahrten

1909 startete das Trio erstmals einen „Lenkballon“ namens „Estaric 1“. Damit hatten sie das erste starre Luftschiff der Habsburger Monarchie zum Fliegen gebracht. Das Gerät war von einem Motor der Puch-Werke angetrieben worden, die Hülle hatte ein Volumen von zirka 700 Kubikmetern. (Rod Filan schrieb im April 2004 in „The Aerodrome Forum“: „the triangular cross-sectioned gondola looks almost identical to a Knabenshue Toledo II, right down to the rudder.“)

Max Mayr zitierte in den „steirischen berichten“ 5/99 einen zeitgenössischen Bericht der „Kleinen Zeitung“:

Es war reichlich vier Uhr, als der ESTARIC startklar wurde. Riesenaufregung in der Halle. Endlich ist alles soweit. Der gelbe, 30 m lange Koloß kommt aus der Halle. Kommandoworte von Papa Renner. Das Luftschiff wird losgelassen, schwebt jedoch langsam zur Erde. Es ist zu schwer. Noch mehr Sand abwerfen. Neue Probe. Nun hält es in der Luft. Der Motor knattert, der Propeller surrt, das Luftschiff entschwebt. Nun vollzieht sich das unvergeßliche Schauspiel des Hinaufgleitens des mächtigen Schiffsleibes in sein Element. Enthusiastischer Jubel der vielen Tausend, die Musik fällt ein, Alexander und Anatol schwenken oben ihre Mützen. Die erste Fahrt war geglückt. Ihr folgten im Verlauf der folgenden Tage noch weitere acht Fahrten, wobei der ESTARIC wiederholt über Graz manövrierte.“

Dieser Flug hatte am 26. September 1909 während der Grazer Herbstmesse stattgefunden. Am 16. Oktober des gleichen Jahres fand im Wiener Prater eine Demonstration für Kaiser Franz Joseph I. statt. Tags darauf soll es zu einem Fehlversuch gekommen sein. Der Hobby-Historiker Stefan F. Kozelka berichtet, die „Estaric“ sei in Strebersdorf niedergegangen, genauer: in der Strebersdorfer Au. Zu der Zeit hielt man das Gerät noch für einen „Zirkustrick“. Am 30. Oktober 1909 startete das „Luftschiff Estaric I“ vom Gelände des heutigen Südbahnhofmarktes in Linz.

Ein zweites Luftschiff der „Renner-Buben“ trug den Namen „Graz“. Es war rund 62 Meter lang und ist von zwei Escher-Motoren angetrieben worden.

Ehrungen:

In Feldkirchen bei Graz entlang des Flughafens trägt eine Gasse den Namen Rennergasse. Im Ortsteil Windorf der ehemaligen Gemeinde Pirka bei Graz, nunmehr der Gemeinde Seiersberg-Pirka, wo sich die Rennerbuben in einer Villa niederließen, wurde gegenüber dem ehemaligen Wohngebäude eine Gasse „Rennerweg“ benannt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Renner-Buben

Renner, Franz (1866-1912), Artist und Flugpionier

Renner Franz, Artist und Flugpionier. * Klagenfurt, 2. 11. 1866; † Graz, 1. 6. 1912. Sohn eines Fleischers; schloß sich mit zwölf Jahren einem Zirkus an und bereiste als Gehilfe und Schüler des Artisten Novello die Welt. Er machte sich dann als Bodenakrobat (Schlangenmensch) selbständig und bereiste Österr.-Ungarn, Deutschland und Rußland. In der Folge stellte er aus seinen Kindern, zwei Elefanten und Hunden eine gemischte Artistennummer zusammen und trat damit unter dem Namen The Novellos in allen großen Varietés der Welt auf. R.s Söhne, Anatol (* Minsk, 2. 1. 1890) und Alexander R. (* Reval, 29. 5. 1892; † Graz, 1. 3. 1966), führten auf der Grazer Herbstmesse 1909 mit ihrem selbstgebauten lenkbaren Luftschiff „Estaric I“ die ersten geglückten Flüge in Österr.-Ungarn durch. Danach erfolgten weitere Aufstiege in Wien (16.–20. 10. 1909) und in Linz (30. 10.– 7. 11. 1909). Der Motor für das Luftschiff „Estaric I“ stammte von Puch (s. d.) in Graz, die Ballonhülle von der Fa. Semperit in Wien-Breitensee. Der Bau eines größeren und leistungsfähigeren Luftschiffes, „Estaric II – Graz“, und dessen Bruchlandung brachten für R., den Finanzier, Mitkonstrukteur und Organisator des Unternehmens, den finanziellen Ruin. Die Reserven waren aufgebraucht, es gab keine Einnahmen, da er das Training der Novellos vernachlässigt hatte. R. steuerte das Luftschiff zwar nie selbst,ermöglichte jedoch erst durch seine Mithilfe die Pionierleistungen seiner Söhne.

A(nton) L(eopold) Schuller: Renner, Franz (1866–1912), Artist und Flugpionier. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 9, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1988, ISBN 3-7001-1483-4, S. 79 f. (Direktlinks auf S. 79, S. 80).

Tagespost (Graz) vom 2.6.1912; Grazer Volksblatt vom 30.9.; 4. (Abendausg.) und 5.10.1909 und 2.6.1912; A:L: Schuller, Das erste freie Lenk-Luftschiff in Österr.-Ungarn. Die Grazer Artistenfamilie Renner als Flugpioniere, in: Siedlung, Macht und Wirtschaft, FS F. Posch… (Veröff. Des steiermärk. Landesarchives 12), 1981, S. 629ff. (A. L: Schuller)

Die Renner-Buben auf luftiger Fahrt

Die Grazer Messe war immer schon für ein Spektakel gut – das größte fand wohl im Jahr 1909 statt.
Von Robert Engele mit freundlicher Genehmigung der Kleinen Zeitung

Ganz Graz fieberte an diesem 26. September 1909 einem sensationellen Spektakel entgegen. Zur Herbstmesse wollte der Artist Franz Renner dieses Jahr der Bevölkerung etwas ganz Ausgefallenes bieten.

Und wirklich: Vom Trabrennplatz aus erhob sich das erste starre Luftschiff der k. u. k. Donaumonarchie in die Lüfte über Graz – die „Estaric I“.

Mit an Bord die „Renner-Buben“ Anatol und Alexander, 18 und 16 Jahre jung. Eine Pioniertat sondergleichen, mit der sie Weltruhm erlangten. Wie aber war es dazu gekommen?

Vater Franz Renner, Jahrgang 1866, stammte aus Klagenfurt und sollte nach dem Wunsch seiner Eltern Fleischhauer werden. Dazu hatte er aber überhaupt keine Neigung, ihn zog es in die Ferne. Also riss er von zu Hause aus, schloss sich einem Zirkus an und wurde unter dem Artistennamen „Novello“ ein bekannter Elefantendresseur, Zirkusakrobat, Schlangenmensch und Reiter. Bald schon gründete er seinen eigenen Zirkus, zog äußerst erfolgreich durch die Welt und erarbeitet sich ein beträchtliches Vermögen. Mit seiner Frau Samara, einer Russin, und seinen neun Kindern (drei Söhnen und sechs Töchtern, die alle in einer anderen Stadt geboren wurden) ließ er sich schließlich in Windorf bei Seiersberg nahe der Landeshauptstadt nieder, wo er ein großes Landgut kaufte und einige Elefanten als Haustiere hielt.

Werbewirksame Luftfahrt

Seine technisch sehr interessierten Söhne überredeten ihn, ein Luftschiff bauen zu dürfen, das der Vater nach kurzem Zögern auch finanzierte. Bei Auftritten in Kanada hatten die hoffnungsvollen Sprösslinge bereits solche Luftfahrzeuge kennen gelernt. Zwei Wochen vor Messebeginn kam dann Franz Renner auch die Idee einer öffentlichen und werbewirksamen Luftfahrt.

Nun ging es Schlag auf Schlag. Johann Puch baute einen auf 32 PS auffrisierten Motor. Und 14 Tage später war der gelbe, 30 Meter lange und 6,5 Meter breite Koloss in Zigarrenform fertig. Unter dem tosenden Beifall der Zuschauer stieg am 26. September die „Estaric I“ majestätisch in die Lüfte. Und die Kleine Zeitung berichtete am nächsten Tag: „Der Motor knattert, der Propeller surrt, das Luftschiff entschwebt. Nun vollzieht sich das unvergeßliche Schauspiel des Hinaufgleitens des mächtigen Schiffsleibes in sein Element. Enthusiastischer Jubel der vielen Tausend, die Musik fällt ein, Alexander und Anatol schwenken oben ihre Mützen.“

Am 16. Oktober schon fand im Wiener Prater eine Demonstration für Kaiser Franz Joseph statt, der sich sehr beeindruckt zeigte.

Die katastrophale Bruchlandung ihres zweiten, 62 Meter langen Luftschiffs, das den Namen „Graz“ trug, bedeutete dann das Ende des Unternehmens. Das Familienvermögen war aufgebraucht, staatliche Förderung gab es keine, der Vater starb verbittert im Jahr 1912 und Alexander machte als Jagdflieger im Ersten Weltkrieg von sich reden.

 

https://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Damals_in_der_Steiermark/Grazer_Messe_1909

Die Friedens Geste – Pressetext

Die FRIEDENS GESTE – Handshake 4 Peace – 11.11.2018

Graz – Weltfriedenshauptstadt

 

Während sich in Paris die Oberhäupter der Welt die Hände schüttelten, ereignete sich in Graz eine sehr persönliche und berührende Geste des Friedens zum Gedenken an 100 Jahre Ende I. Weltkrieg, der durch das Attentat von Sarajewo 1914 ausgelöst wurde. Der Jahrhundert Friedens Handschlag zwischen den Nachkommen des Beteiligten des Attentats, Anita Hohenberg, Urenkelin von Thronfolger Franz Ferdinand und Branislav Princip, Großneffe von Gavrilo Princip, ist Zentrum eines künstlerischen Friedensschlusses zwischen Österreich und Serbien, der in Folge den Ersten Weltfrieden als kultur-utopisches Universalereignis auslöst. Die Friedens Geste fand erstmalig am 11.11.18 um 11:11 Uhr am Schlossberg statt. Diese Geste ist ein sehr persönliches Zeichen der Nachkommen für Frieden und Verständigung zwischen den Menschen und berührte beide sichtlich. Graz erhebt sich an diesem Tag zur Weltfriedenshauptstadt.

Wie verwoben die transkulturelle Geschichte bis ins zeitgenössische Europa ist, zeigt der Friedensinitiator und Künstler Igor Friedrich Petković mit einem reichhaltigen künstlerischen Rahmenprogramm im Dom im Berg auf. Mit der szenischen Präsentation seines Buches „Das Franz Ferdinand Prinzip – Wie der Erste Weltkrieg wirklich begann“ führt er die Logik der zu überkommenden „Kriegskultur“ künstlerisch sehr anschaulich vor.

Neu arrangierte und komponierte „Friedensmärsche“ zwischen einstmals verfeindeten Völkern gehen in nie dagewesenem Gleichschritt in eine gelebte Übergangskultur – TranCEEt2PEACE. Mit dem Ensamble „Zlatorog Allstars“ um den Violinisten Boris Mihaljčić und der Sängerin Lejla Imamović auf der einen Seite und dem Gitaristen Werner Mandlberger und dem doppelten Weltmeister in der Steirischen Ziehharmonika Markus Oberleitner auf der anderen Seite, kamen Musiktraditionen der letzten 100 Jahren zwischen Österreich, Bosnien und Serbien auf die Bühen.

Lois Lammerhuber präsentierte den Alfred Fried Photography Award mit äußerst vielseitigen Bildwelten der prämierten internationalen Fotografinnen. Roland Berger las die poetischen Jurybegründungen der Ausgezeichneten und ihrer subjektiven Perspektiven zum Thema „How does Peace look like?“.

Von der gesellschaftlichen Bedeutung dieser Friedensgeste sprachen eine hochrangige Runde an politischen Vertretern. Valentin Inzko, Hoher Repräsentant für Bosnien und Herzegowina, hob die völkerverbindenden Bedeutung von Kunst und Kultur gerade zwischen Österreich und Südosteuropa hervor. Altbürgermeister Alfred Stingl zeigte mit seinen persönlichen Erinnerungen an die Kriegszeit sehr einprägsam, wie wichtig Friede ist. Herr Stadtrat Günter Riegler beteuerte die Stellung von Kunst als Impulsgeber in der Stadt. Frau Landtagspräsidentin Bettina Vollath strich die breite Friedensarbeit in der Zivilgesellschaft hervor und Kurt Flecker ergänzte Friedenskultur mit Widerstandskultur.

c by Peter Brandstätter / aporon 21

Nach einer Agape mit Weizen und Brot aus der Ukraine begann das Konzert der Friedens Rock Band Colour Haze mit ihrem Song „Peace Brothers and Sisters“. Das multimediale Gesamtkunstwerk zum Frieden beendeten die Mognstuambuam ft. Michael Ostrowski mit dem Lied „Frieden geht vor!“.

Graz ist die einzige europäische Stadt der Menschenrechte, hat eine reiche Geschichte als Impulsgeber von und nach Südosteuropa, ist Geburtsort von Thronfolger Franz Ferdinand und Studienort von Branislav Princips Großvater, dem Bruder des Attentäters von Sarajewo, der hier nach dem I. Weltkrieg Medizin studierte. Von hier aus wird nun in einer breiten Initiative der Gedanke des Weltfriedens durch Kunst und Kultur zu den Menschen getragen. Folgeveranstaltungen in Sarajewo, Novi Sad und Belgrad sind in Vorbereitung.

Initiator, Künstler und Kulturmanager Igor Friedrich Petković

Graz – Weltfriedenshauptstadt, am 11.11.18

https://www.facebook.com/events/295688711039039/

FRIEDENS TEAM: Igor F. Petković, Dominika Kalcher, Marija Redi, Lejla Imamovic, Roland Berger, Bane Princip, Marija Timotic, Lois Lammerhuber, Werner Mandlberger, Vogel Perspektive Markus Oberleitner, Michael Seil, @Gerlinde Schiestl, Andrea Kral, Josef Greimel, Boris Mihaljcic, Sofija Sofka Ciu Radic, Alexander Messner, Hassan Abdelghani, Michael Maier, Gerhard Fresacher, Guido Kucsko, Ada Superada, Max Gansberger, Tomislav Brajnovic, Elmar Gubisch, Günther Metzger, Michael Birnstingl, Heike von Heidelbeer, Martina A M Martinovic, Pflanze Tini Strasser, Kirsten Patent, Josef Düregger, Markus Schinnerl, Stefan Schmid, Edgar Bueltemeyer, Peter Brandstätter, Stefan Lozar, with special THX to all peace angels!!!

#utopeace, #tranCEEt2PEACE, #friedensgeste, #hanshake4peace, #weltfrieden, #aporon21 #ersterweltfriede #firstworldpeace

Aporon 21 – Vereinigung der Künst, Kulturen und Wissenschaften
In Kooperation mit GKP Steirische Gesellschaft für Kulturpolitik

Wir danken für die Unterstützung:

Stadt Graz Kulturamt, Land Steiermark Kultur, Die Grünen

Mit besonderem Dank an:

Atelier Messner – Werkstatt für Geigenbau

 

www.aporon21.org

Die Friedens Geste – Wortspende von Bundespräsident a.D. Dr. Heinz Fischer

Sehr geehrter Herr Petković!

„Im Frühjahr 1914 wurde in Sarajevo Erzherzog Franz Ferdinand ermordet, was die österreichischen Kriegserklärung an Serbien und in weiterer Folge den Ersten Weltkrieg zur Folge hatte. Das Datum des 28. Juni 1914 bleibt deshalb unweigerlich mit dem habsburgischen Thronfolger, dessen Gattin Sophie sowie deren Mörder Gavrilo Prinzip verbunden. Es ist nun ein besonders schönes Symbol der Verständigung und Versöhnung, dass sich gut hundert Jahre später die Nachfahren von Gavrilo Prinzip und Franz Ferdinand am hundertsten Jahrestag des Endes des Ersten Weltkriegs die Hand zum Friedens-Handschlag reichen.“

Beste Grüße,
Bundespräsident a.D. Dr. Heinz Fischer

Stabstelle Gedenk- und Erinnerungsjahr 2018
Office of the Former Federal President of the Republic of Austria Heinz Fischer, Coordination Office for the Commemorative Year 2018

Die Friedens Geste – FOTOS

Die FRIEDENS GESTE – Handshake 4 PEACE

UTOPEACE

Die FRIEDENS GESTE

Handshake 4 Peace

11.11.18 ab 15:30 Uhr

Dom im Berg

Graz – Weltfriedenshauptstadt

LINK zu den FOTOS

Die transkulturelle Friedensveranstaltung ist ein abendfüllendes Gesamtkunstwerk als völkerverbindendes Zeichen am Gedenktag 100 Jahre Ende I. Weltkrieg.

Die persönliche Geste eines Friedens-Handschlag zwischen den Nachkommen Thronfolger Franz Ferdinands und Attentäter Gavrilo Princips ist Zentrum des künstlerischen Friedensschlusses zwischen Österreich und Serbien, der in Folge den I. Weltfrieden als kultur-utopisches Universalereignis auslöst.

Künstler_innen als Botschafter des Friedens: Friedensmärsche und Friedensrock Konzerte als fulminante, musikalisch künstlerische Synthese durch Raum und Zeit.

Durch Vorträge und Präsentationen und durch Konzerte, Performance und musikalische Aufführungen wird eine Symbiose der Künste und Kulturen der letzten 100 Jahre zwischen den einst verfeindeten Völkern dargelegt und damit eine Übergangskultur zum FriedenTranSEEt to PEACE – gelebt und geschaffen.

Graz wird an diesem historischen Tag künstlerisch zur Weltfriedenshauptstadt geweiht.

 

Programmpunkte:

Einlass 15:30 Uhr – Beginn der Veranstaltung im Dom im Berg

Begrüßung durch Initiator Igor Friedrich Petković

Eröffnung durch Valentin Inzko – Hoher Repräsentant von Bosnien und Herzegowna, Landtagspräsidentin Bettina Vollath, Bürgermeister a.D. Alfred Stingl, Stadtrat Günther Riegler und Kurt Flecker LTP a.D.

Impuls: KULTUR und FRIEDEN Alpen-Adria Manifest 1918-2018

War is over! Se vuoi. Če hočeš. Wenn du es willst.

Wir leben in einer neuen Situation und es entsteht eine neue Menschheit des Zusammenlebens der Verschiedenen: Das Zusammenleben in der Zukunft hängt von unseren heutigen Entscheidungen ab.“ (Pierluigi di Piazza) Auszug aus dem Alpe-Adria Manifest 1918-2018 von Prof. Werner Wintersteiner

Eine Kultur des Friedens lässt sich als (…) Gesamtheit aller Werte, Verhaltens- und Lebensweisen definieren, die auf der Achtung vor dem Leben, der menschlichen Würde und den Menschenrechten, auf der Ablehnung der Gewalt einschließlich jeder Form von Terrorismus sowie auf der Achtung der Prinzipien der Freiheit, Gleichheit, Solidarität, Toleranz und Verständigung zwischen Völkern, Bevölkerungsgruppen und Individuen beruhen (UNESCO, Mittelfristige Strategie 1996 2001.

Präsentation: The Alfred Fried Photography Award –

What does peace look like?

Lois Lammerhuber in Kooperation mit Edition Lammerhuber, Photographische Gesellschaft, UNESCO, Österreichisches Parlament;

Peace and photography enjoy a special relationship. The work of photojournalists has always helped make people aware of the need for and rewards of a life of peace. Regrettably they usually achieved this with pictures of the opposite – war and hunger. The organizers of the Alfred Fried Photography Award call on the photographic community to focus on peace in the world and to communicate this strongly in the media and to the public at large.  https://www.friedaward.com/

Buchpräsentation: Das Franz Ferdinand Prinzip –

Warum der Erste Weltkrieg wirklich begann von Igor F. Petković

Das Franz Ferdinand Prinzip – warum der Erste Weltkrieg wirklich begann ist ein außerordentlicher Beitrag zum Gedenkjahr 100 Jahre Erster Weltkrieg. Es erzählt die Geschichte des Thronfolgers Franz Ferdinand und dessen Leidenschaft für die Jagd, von der mythologischen Sage der Weißen Gams / Zlatorog und den fatalen Schüssen im Salzburger Blühnbachtal, die den Ersten Weltkrieg heraufbeschwörten. Die Abschussliste des Erzherzogs von 274 889 Stück Wild verweist auch auf jene Trophäe, eine Weiße Gams, die er 1913 erlegte. Die seltene Weiße Gams galt im Volksglauben als mythologische Tabufigur und stand unter dem Schutz von Berggeistern. Jener Jäger, der die Weiße Gams erlegen will, wird von höheren Kräften verflucht und stirbt binnen Jahrestag. So verdichten sich die Parallelen zwischen Sage und Historie zur Legende der Entstehung des Großen Krieges. Der Fluch der Weißen Gams vom Blühnbachtal brachte Franz Ferdinand den Tod und der Menschheit ihren Ersten Weltkrieg.

http://edition.lammerhuber.at/buecher/das-franz-ferdinand-prinzip

JAHRHUNDERT:FRIEDENS:HANDSCHLAG

HANDSHAKE 4 PEACE

Ehrengäste:

Anita Hohenberg (Urenkelin von Thronfolger Franz Ferdinand von Österreich-Este)

Anita Hohenberg mit einem Gemälde ihres Urgroßvaters Thronfolger Franz Ferdinand von Österreich-Este, der in Graz geboren wurde; C by Schloss Artstetten

Branislav Princip (Großneffe des Attentäters Gavrilo Princip)

 Branislav Princip mit einem Foto seiner Großeltern. Sein Großvater Nikola, der Bruder des Attentäters Gavrilo Princip, studierte nach dem I. WK in Graz Medizin. C by Blic

Musikalische Aufführung: „FRIEDENSMÄRSCHE“

Zlatorog Allstars feat. Lejla Imamović

Musikalische Aufführung neu arrangierter und komponierter „Friedensmärsche“ von und mit in Graz lebenden Musiker_innen aus Österreich und Südosteuropa mit einer fulminanten, musikalisch künstlerischen Synthese durch Raum und Zeit. Auf Grundlage der Originalnoten österreichischer, bosnischer und serbischer Märsche aus der Zeit um 1918 werden neue Arrangements erarbeitet und zur Uraufführung gebracht.

Das historische, bosnisch-herzegowinische Infanterieregiment 2 in Graz aus dem Ergänzungsbezirkskommando Banja Luka hatte eine ausgezeichnete Regimentsmusikkapelle und eigene Marschkompositionen von Eduard Wagnes, wie z.B. „Die Bosniaken kommen!“, „Helden von Meletta“ und „Gruß aus Bosnien“. Diese werden mit dem legendären serbischen „Marš na Drinu / Marsch auf die Drina“ von Stanislav Binički in einen noch nie dagewesenen Gleichschritt in Frieden treten.

Zlatorog Allstars: Lejla Imamović (Gesang), Boris Mihaljčić (Komposition, Arrangements, Violine), Markus Oberleitner (Steirische Ziehharmonika, Bass), Werner Mandlberger (Arrangements, Gitarre), Michael Eisl (Klavier, Electrics), Igor F. Petković (Visuals), Alexander Messner (Chello), Sofija Radić, Uroš, u.a.

Konzernacht:

SOUNDs of UTOPEACE mit COLOUR HAZE

Einlass ab 17:30 Uhr – Dom im Berg

Konzertnacht mit der Friedensrock-Band Colour Haze aus München und den Mognstuambuam aus Graz.

Projektverantwortliche und Partner:

Konzeption und künstlerische Leitung: Mag. Igor Friedrich Petković

Projektträger: Aporon 21 – Vereinigung der Künste, Kulturen und Wissenschaften

Projektmanagement: :[itsch]: productions

Kooperation: GKP – Steirische Gesellschaft für Kulturpolitik, Andrea Kral & Gerlinde Schiestl

Künstlerische Leitung:

Mag. Ing. Igor Friedrich Petković – Freischaffender Künstler, Kulturwissenschaftler und zertifizierter Kulturmanager. Studium der Slawistik, Kulturwissenschaften und Kunst auf den Universitäten Graz, Novi Sad und Belgrad. Seit Jahren intensiver Aufbau und Pflege von Kontakten, Kooperationen und Projekten mit KünstlerInnen unterschiedlichster Sparten und Medien, Vereinen, Institutionen, Universitäten und WissenschaftlerInnen in Zentral und Südost Europa. Konzeption, Organisation, Durchführung und künstlerische Leitung von länderübergreifenden, interdisziplinäreren Kunst- und Kulturprojekten und Ausstellungen im In- und Ausland. Zuletzt “Outstanding Artist Award 2015 – Innovative Kulturarbeit”, Bundeskanzleramt Österreich; 2015.

Projektassistenz: Dominika Kalcher (Veranstaltungsmanagement und Grafik)

Beteiligte KünsterInnen:

Igor Friedrich Petković, Dominika Kalcher, Michael Maier, Gerhard Fresacher, Max Gansberger, Prof. Tomislav Brajnović (Kunstuni Rijeka), Hassan Abdelghani (HR), Boris Mihaljčić (Komposition, Arrangements, Violine), Markus Oberleitner, (Steirische Ziehharmonika, Bass) Kolja Radenković (Trompete, Gitarre), Werner Mandlberger (Arrangements, Gitarre), Michael Eisl (Klavier, Electrics), Lajla Imamović (Gesang), Igor F. Petković (Visuals), Ada Kobusiewicz, Günther Metzger, Alexander Messner (Chello), Sofija Radić, Uroš, u.a.

Musikalische Komposition und Aufführungsleitung:

Musiker und Komponist Mag. Boris Mihaljčić BA (AUT/SER) Erste Violine Recreation – Grosses Orchester Graz, Sandy Lopičić Orkestar, Wiener Sängerknaben, OPUS, Kompositionen Rockoper und Ballett, internationale Auftritte;

Unterstützer und Förderer:

Wir danken herzlich:

Atelier Messner – Werkstatt für Geigenbau

KUNST:WELT:FRIEDE

KUNST:WELT:FRIEDE

Eröffnungsereignis Gesamtkunstwerk: 6.9.2018 Taggerwerk Graz

Multimediale Ausstellung vom 6. – 8. September 2018 im Taggerwerk

Die prozessorientierten Ergebnisse und Werke des Symposiums TranSEEt CAMP und der Vernetzungsreisen TranSEEt TRAMP werden vor Ort von allen Beteiligten als multimediales Gesamtkunstwerk in der TranSEEt EXPO 18 im Taggerwerk präsentiert. In szenischer Begleitung durch Igor Friedrich Petković werden die Positionen als multimediale Werke, ortsspezifischen Installationen, Kunstinterventionen, Konzerte, Performances, Video-Screenings, Lesungen, Lectures und Diskussionsveranstaltungen einem breiten Publikum vermittelt.

Eröffnung durch Herrn Stadtrat Günter Riegler.

Beteiligte Künstler_innen, Wissenschaftler_innen und Kooperationspartner_innen: Tomislav Brajnović, Hassan Abdelghani, Dominika Kalcher, Ada Kobusiewicz, Max Gansberger, Gerhard Fresacher, MetzgerMensch (Kristina Mensch, Günther Metzger), Igor Friedrich Petković, Werner Mandlberger, Michael Eisl, Josef Greimel, Markus Oberleitner, Die Mognstuambuam, Michael Maier, Igor Kuruzović, Mike Fidel, Pflanze mit Hut, Marion Rauter, u.v.a.

Kuratiert von Igor F. Petković und Max Gansberger

Wir danken für die Unterstützung durch Stadt Graz und Land Steiermark.

Fotos von Peter Brandstätter und Igor F. Petković

FRIEDENSARBEIT AKTION „SCHMUSEKATZE“ – “MUCA MACA”

FRIEDENSARBEIT
AKTION „SCHMUSEKATZE“ – “MUCA MACA”

#BadRadkesburg / #GornjaRadgona #BrückederFreundschaft #Mostnameji

Intervention “..du kimmst ah no mid uns mid..!”, “Stell´Dich ein in Oberkrain”, und “Die Sepperl Polka” von #APORON21
#WernerMandlberger, #MarkusOberleitner Vogel Perspektive, Elmar Gubisch, Dominika Kalcher, Igor F. Petković

With: #SteirischeGesellschaftfürKulturpolitik, #GKP, #APORON21, #AndreaKral, Kurt Flecker, #MaxHöfler, Erwin Stefanie Posarnig, Helene Baur, #Zollamt, #Pavelhaus – Pavlova hiša, Andreas Unterweger, Irina Karamarkovic, #OMASGEGENRECHTS Steiermark, Susi Weitlaner, #radioAGORA 105,5, Franz Trampusch, #itsch, #GernotSaiko, u. v. m.

Samstag, 7. Juli 2018, 16:30-19:30
„Brücke der Freundschaft“ in Bad Radkersburg
(zwischen Bad Radkersburg und Gornja Radgona)

Die Veranstaltung richtet sich an alle Menschen, die für die Erhaltung unserer demokratischen Werte eintreten und das Miteinander feiern!
Nehmen wir die Herausforderung der Zeit an, treten gemeinsam als kulturpolitische Kraft über die Grenzen hinaus ein und überwinden wir diese in den Köpfen!

* Mehrere hundert Polizisten und Soldaten waren bei der Großübung „Pro Borders“ im Einsatz, um auf dem Gelände des Aufnahme- und Verteilerzentrums am Grenzübergang Spielfeld vorzuführen, wie eine Gruppe von sich durch die Grenze drängenden Flüchtlingen gestoppt wird. Es war der erste Auftritt für die neue Polizeieinheit “Puma”.

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Mission Statement

Das gemeinsame künstlerische, kulturelle und wissenschaftliche Arbeiten von „APORON 21 –Vereinigung der Künste, Kulturen und Wissenschaften“ baut auf prozessorientierte, gruppendynamische, interkulturelle und interdisziplinäre Herangehensweisen der Vereinigten auf.

Kritisch werden bereits über Jahre hinweg relevante Themenkreisen und Fragestellungen zur zeitgenössischen Gesellschaft erarbeitet. Diese sind Gegenstand umfassender Transformationsprozesse zum breiteren Verständnis komplexer sozioökonomischer, kultureller oder politischer Zusammenhänge in der Gesellschaft. Daraus werden neue Veranstaltungsformate, Präsentationsorte, und Kooperationsnetzwerke für erweiterte Publikumsschichten in der Steiermark und aus Graz heraus in ein historisch und kulturell sehr verbundenes Südosteuropa entwickelt.

Aufbauend auf die erfolgreich durchgeführten Projekte von Igor F. Petković bis 2015, werden nun ab 2016 die prozessorientierten Arbeitsweisen und Formate in der Vereinigung APORON 21 weiterentwickelt und professionalisiert. Ein interdisziplinärer Think Tank mit transkultureller artivistischer Praxis entsteht. Das internationale Team von APORON 21 führt fundierte Auseinandersetzungen zu Identitäten, Migration und Kulturbegriffen und entwickelt zeitgenössische Verständnisbrücken durch innovative und ausgezeichnete Kunst- und Kulturarbeit mit lokaler wie überregionale Vernetzung.

Die interdisziplinär erarbeiteten Themen und Beschäftigungsfelder von APORON 21 und die Einbeziehung renommierter und junger Künstler_innen, Wissenschaftler_innen und Kulturarbeiter_innen unterschiedlicher Sparten, sowie Vernetzung, Ausbau und Pflege der Zusammenarbeit mit internationalen Künstler_innen, Vereinen und Institutionen verfolgen konstant hohen künstlerischen Ansprüchen und wichtigen kulturpolitischen Aufgaben. Neue Ausdrucksformen, Formate und Räume für Kunst und Kulturproduktion entstehen. Interkulturelle und interdisziplinäre Brüche, Grenzen, Begrenzungen und Eingrenzungen werden erforscht und in nachhaltige Verständigungsbrücken transformiert.

Die weiten Talente und Fähigkeiten des Teams, die langjährigen Projekterfahrungen im In- und Ausland (Fokus Südosteuropa) und ein zertifiziertes Kulturmanagement ermöglichen die professionelle Umsetzung der ambitionierten Projekte. Kulturen verbindende Produktionen eröffnen neue Handlungsspielräume für zeitgenössische Kunst. Durch Anwendung moderner Marketing-, PR- und Medienkonzepte werden die Kunst- und Kulturproduktionen zeitgemäß vermittelt und nachhaltig verwertet.